Leben ohne Hormone

Nach ca. 4 Wochen melde ich mich dann auch mal wieder zu Wort. Ich bin zurzeit in Málaga und mache ein Auslandspraktikum bei einem mega Unternehmen, aber dazu mehr, wenn ich wieder im Lande bin.

Diesen Post hier wollte ich eigentlich bereits vor meiner Abreise verfassen, jedoch hatte ich dazu keine Zeit mehr gefunden, aber besser „spät“ als nie.

Ende Februar hatte ich euch über die Kupferkette als Verhütungsmittel ohne Einsatz von Hormonen erzählt. Nun sind bereits ca. 8 Monate seit dem Einsatz vergangen. Ich möchte euch kurz berichten, welche Erfahrungen ich in dieser Zeit nun gesammelt habe.

Zuerst einmal vorweg – wenn dies der erste Artikel über die Kupferkette ist, den ihr lest, super! Lest gerne noch 2-3 weitere, aber tut euch den Gefallen und besucht keine Foren oder durchforstet das Internet um alle Meinungen aufzusaugen, die das WWW euch bietet. Vor allem, wenn ihr ernsthaft auf der Suche nach einem geeigneten Verhütungsmittel für euch seid. Ihr werdet schnell merken, es gibt nicht DAS perfekte Verhütungsmittel, das all euren Wünschen entspricht. 100%ig nicht schwanger werden oder ZERO Nebenwirkungen – das gibt es nicht. Es gibt eben Verhütungsmittel, die besser zu eurem Körper passen und das merkt ihr meiner Meinung nach schneller als gedacht. Zu jedem Verhütungsmittel gibt es Horrorgeschichten, das sollte euch bewusst sein.

Aber nun wirklich zu meiner Story. Kein Horror – eher ein Märchen mit gelegentlichem Besuch einer bösen Hexe mit … sagen wir mal einem roten Apfel. 😉

Ich habe in den letzten Monaten oft drüber nachgedacht, was die Kupferkette mit meinem Körper wohl angestellt hat. Aber im Endeffekt war es immer eher – was hat das Absetzen der Pille mit meinem Körper gemacht. Und jedes Mal komme ich zu dem Entschluss, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war, da einfach alles besser ist – wirklich alles.

Angefangen mit dem wichtigsten Punkt – Kopfsachen. Alle Art von Gefühlen/ Empfindungen. Ich war unter der Einnahme der Pille so schnell reizbar, habe zickig reagiert ohne zu wissen warum eigentlich. Dachte immer, Schuld sei der „Stress“. Nun ja, sagen wir mal so, dieser „Stress“ ist nun auch weg. Ich sage von mir selbst gern, ich sei Realist, früher bedeutete dies eigentlich Pessimist (es ist realistischer, dass alles schief geht ;)) und nun bin ich Optimist. Egal wie beschissen eine Situation jetzt ist – ich nehme sie an, meckre ein bisschen rum, aber ich lasse mich davon nicht mehr unterkriegen und bemerke trotzdem noch die schönen Seiten des Lebens und weiß diese zu schätzen. Ich war nie ein Mensch mit zu viel Selbstbewusstsein – eher mit zu wenig. Was meine Mitmenschen oft auf die Palme bringt. Nun nehme ich Komplimente auch eher mal an und freue mich und so steigt auch mein Selbstbewusstsein (auch wenn es nie da sein wird, wo es laut einigen Menschen sein sollte). Ich bin glücklicher. Und das merken auch einige Mitmenschen. Und das macht mich noch glücklicher!  Und das macht mehr mit eurem Körper als ihr euch vorstellen könnt!

Weiter zum Punkt – Körpersachen. Damit meine ich Sachen wie Haut, Haare und naja, das was noch so zum weiblichen Körper gehört. Vor ca. 5 Jahren hatte ich bereits einmal die Pille abgesetzt und es folgten die schlimmsten 1 ½ Jahre meines Lebens. Büschelweiser Haarausfall, schlimmste Hautausschläge im Gesicht und auf dem Rücken/Dekolleté. Zugegeben, das alles noch einmal durchmachen zu müssen hatte mich wirklich am meisten daran zweifeln lassen, die Pille wieder abzusetzen. Meine Bedenken hatte ich meinem Frauenarzt mitgeteilt und er gab mir den Rat täglich Biotin zu nehmen, was ich auch tat. Und siehe da, meine Haut wurde sogar besser als sie es jemals war! Der obligatorische Pickelbefall kurz vor der Regel bleibt zwar nicht aus, aber ich sehe ihn nun einfach als kleinen Infoboten aus der Zukunft, der mich warnt. J Mit Unreinheiten auf dem Rücken und im Dekolleté hatte ich nur ganz kurze Zeit zu kämpfen und so schlimm war es nicht, dass es überhaupt erwähnt werden müsste. Ein weiterer positiver Nebeneffekt – weniger Cellulite. Sagen wir mal 90% der Frauen haben sie und die meisten jungen Mädels bekommen sie erst dank der lieben Pille. Bleiben die Hormone weg, ist die Cellulite zwar nicht auf einmal auch weg, aber sie wird auf jeden Fall viel weniger!

Dann nun zum Punkt – Regel/Periode/Erdbeerwoche/Haialarm/Tage oder wie auch immer ihr es nennt. Sucht man nach Infos über die Kupferkette stolpert man schnell über Nebenwirkungen wie längere, stärkere Blutung und stärkere Schmerzen. Da wäre er nun, der HORROR. Zugegeben, ich war nie eine von den glücklichen, bei der diese Sache nach 3 Tagen vom Tisch war. Meine allererste Erfahrung im Alter von ca. 10 ½ Jahren – 11 Tage Blutung. Und die schlimmsten Unterleibsschmerzen, die ein Mensch sich vorstellen kann. Unter 5 Paracetamol täglich ging gar nichts. Selbst die Pille änderte daran kaum was. Ich glaube ihr könnt verstehen, welche Angst ich davor hatte,  dass die Nebenwirkungen bei mir eintreten würden.

Doch siehe da, ich habe überhaupt keine Schmerzen mehr, eher im Gegenteil, ich merke es eigentlich gar nicht, wenn es soweit ist (was es nicht wirklich besser macht). Was die Dauer und Stärke der Regel angeht, da kann ich weder sagen, dass es besser oder schlechter geworden ist. Es gibt Monate, da habe ich 1 ½ Wochen mit starken Blutungen oder einfach nur Tröpfchen zu kämpfen, die sich aber eeeewig hinhalten. Und es gibt Monate, da ist wirklich nach 3 Tagen alles vorbei. Und es gibt Tage, da denkt man, man wird innerlich ausgeschlachtet und Tage, die sind eigentlich gar nicht erwähnenswert.

Zur Frage: Kann man die Kupferkette verlieren? Ja. Bei mir ist es aber nicht er Fall gewesen bisher. Alle 6 Monate macht man einen Ultraschall um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Meine Gebärmutter scheint sich mit der Kette zu verstehen. Etwas Schmuck mögen doch alle Frauen.

Fazit? Es ging mir nie besser und es war nie spannender seinen eigenen Körper zu beobachten, wie er wieder versucht auf die richtige Bahn zu kommen. Es stimmt, was einige sagen – man fühlt sich weiblicher und weiß das Frau sein endlich wieder zu schätzen.

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